Die Lackiertechnik und dazugehörige Parameter

Es gibt sie nicht, „die eine Technik“. Man sagt nicht ohne Grund „3 Lackierer 5 Ergebnisse“. Auch hier führen viele Wege zum Ziel. Jedoch sollte man gewisse Grundlagen beherzigen, um einen Durchschnitt zu erreichen.

Als erstes möchte ich anmerken, dass ein gutes Ergebnis immer mit Erfahrung zu tun hat. Lass dich nicht entmutigen wenn‘ s mal „läuft“. Wir alle haben so angefangen, auch wenn der ein oder andere das nicht zugeben möchte. Wer Läufer spritzt, kann sie später auch entfernen. Dazu an anderer Stelle mehr.

TIPP: Vor der Lackierung von „guten“ Objekten, bietet es sich an, vorab einige Lackierversuche auf „Altteilen“ durchzuführen. Somit minimierst du die Fehler in der Endlackierung.

Diese Parameter sind an einer guten Lackierung mitentscheidend:

1. Zugeführte Druckluft

Die Luft-Abnahmestelle sollte nach einem Öl/Wasserkombifilter liegen. Ein Kompressor presst zum Teil Motoröl und Schmierstoffe in den Kessel, die in der Lackierung Verunreinigungen verursachen. Ebenso entsteht bei Wetterwechsel oder langer Motorlaufzeit Kondenswasser in den Leitungen. Dies alles sollte vorab beseitigt werden. Unter Umständen entstehen Lackierfehler wie bei Silikonen. Daher beachten, dass der Kompressor vor der Lackierung entwässert wurde (eine Schraube am tiefsten Punkt des Kessels) und regelmäßig gewartet wird.

2. Spritzdruck

Basislacke werden auf Grund der Farbtonnachstellung nach Herstellervorgabe verarbeitet! TI beachten. Auch Decklacke haben Empfehlungen in den TI hinterlegt, aber als gängigen Durchschnitt kann man bei 2-K Deck- und Klarlacken bei Fließbecherpistolen der neueren Generation (siehe auch Pistolenkunde) 2 bar Eingangsdruck einstellen. Damit kann man sich weiter herantasten.
Das Einstellen von Lackierpistolen ergibt sich in der Regel durch die Pistole, das Material, die Anwendung und die Erfahrung. Diesen Punkt müsste man endlos ausrollen für jeden Einsatzzweck. Hier heißt es, „Versuch macht klu“ch“.

3. Gleichmäßiges ziehen – gerade Züge wie ein Roboter

Hier geht es um die gleichmäßigen Linienbildung der „Lackierzüge“ bzw. Lackiergänge.

Gleichmäßiges Führen der Pistole im rechten Winkel zum Objekt ist elementar wichtig für den Verlauf des Materials. Unterschiedlicher Auftrag bringt ein ungleiches Spritzbild und auch verschiedene Schichtstärken. Somit entstehen glatte und strukturierte Teilabschnitte in der Applikation. Wie in der Abbildung zu sehen, verändern sich die Oberflächen (sehr groß dargestellt!).
Der gleichmäßige Auftrag hinterlässt eine gleich dick bleibende Fläche, wobei das „Pistolenwedeln“ an den Seiten an Schichtstärken Volumen verliert. Somit verändert sich im Basislack u.U. der Farbton und im Decklack die Oberflächengüte. Diese Technik wird nur beim Einlackieren wie z.B. dem Spot-Repair oder beim Einblenden in angrenzende Bauteile angewandt.

4. Der Abstand

Hier geht es um die gleichmäßigen Abstand der Pistole zum Objekt. Ein ständiges Verändern des Abstandes würde bei vielen Farbtönen eine ungleich erscheinende Oberfläche herbeiführen (bei Metallics u.U zu Wolkenbildung).
Als roten Leitfaden kann man grundsätzlich 20cm festhalten. Damit kommt man durchaus schon ein ganzes Stück weiter. Bei dem Nebel- bzw. Effektgang wird bei einigen Herstellern der Abstand vergrößert. Ich persönlich habe den Abstand für den Effektgang bei meiner Lackiertechnik für mich mehr als verdoppelt. Hier gilt es aber für dich, diese Technik mehrfach auszuprobieren. Natürlich ist dieses Vorgehen schon sehr genau. Ich möchte den Farbton ja auch so genau als möglich treffen. Wie man die eigene Spritztechnik zu Originalmustern anpassen kann, zeige ich dir hier. Wer ständig andere Lackhersteller nutzt, wird irgendwann ein Mittelmaß erreichen.

5. Lackiergeschwindigkeit

Das Tempo der Applikation wird der Erfahrung angepasst.
Die Oberflächenoptik verändert sich bei langsamer Zuggeschwindigkeit in: glatte, satte, fette Oberflächen. Bei Überschichtung kann es dann zu Läufer- bzw. Gardinenbildung kommen.

Andersherum wird die Oberfläche bei zu schneller Zuggeschwindigkeit rauer bzw. strukturierter und schlecht deckender. Das Material ist zu mager aufgetragen und kann sich nicht vollständig ausfalten. Es legt sich übertrieben gesehen wie Nebel auf die Fläche und kann schlecht ineinander Verlaufen. Metallicplättchen stellen sich unter Umständen auf und stehen bzw. liegen im falschen Winkel. Somit werden auch Farbtöne verschoben oder es kommt zu Wolken- bzw. Fleckenbildung im Basislack

6. Routine

Wie bei allem was wir machen, wird mit jeder Lackierung natürlich auch deine Spritztechnik besser. Dranbleiben, üben und wiederholen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Wie lackiert man denn jetzt? Die Lackiertechnik. Im Aufbau

Hier möchte ich dir grundlegende Techniken an Hand von Bildern und kurzen Videos an die Hand geben.

Spritzspachtel
1K-Grundierung
Nass-in-Nass Füller
2K-Dickschichtfüller
Basislack
Klarlack
2K-Decklack
2K-Decklack