Startseite/Lackierfehler/Osmoseschaden GFK
Osmose Osmosis Fiberglas Blasenbildung GFKKapillarwirkung zwischen Fasermaterialien

Osmoseschäden in Faserverbundwerkstoffen

Kleine Bläschen in Faserwerkstoffen, die durch Feuchtigkeit hervorgerufen werden.

Osmoseblasen, Pockenbildung, Flächenakne, so wird dieser Schaden auch oftmals genannt. Dabei sind die kleinen sichtbaren Bläschen nicht der eigentliche Schaden, sondern ein Hinweis bzw. Symptome zum Schaden.

MERKE – Diffusion findet immer und überall statt. Osmosebläschen entstehen bei einer Verbindung von Stoffen in oder unter der Beschichtung. Z.B. Feuchtigkeit und Salze.

  • Fehlerquellen:
    • Schlecht verarbeitetes Fasergewebe
    • Altes, poröses GFK
    • Zu lange Wasserliegezeiten (bei Booten)
    • Lunkereinschlüsse in der Laminierung
    • Risse im Gelcoat
    • Trennung von verschiedenen Materialien
  • Fehlervermeidung:
    • Gänzlich ist Osmose bei GFK nicht zu vermeiden!
    • Stetiges Überprüfen der Oberflächen
    • Wasserpfützen auf liegenden Stellen vermeiden
    • Bei Laminierungen Fasermaterial Ausstupfen und Ausrollen sowie Lufteinschlüsse vermeiden
    • Materialien mit wenig oder keinem Styrol verarbeiten (Epoxid anstatt Polyester)
    • Mehrmaliges Tempern des Objektes mit den geeigneten Parametern
  • Reparaturweg
    • Faserverbundmaterialien sind nicht mal einfach so mit Glasfaserspachtel instand zu setzen. Beschädigungen an Tragenden oder sicherheitsrelevanten Bauteilen müssen von Spezialisten repariert werden! Ein eigenmächtiges Handeln daran kann unter Umständen schlimme Folgen haben.
    • Oberfläche bis zum Fasermaterial abtragen
    • Um die Fasern zu schließen, kann man als Erstes einen Topcoat (Unterschiede Gel- und Topcoat) auftragen. Hierbei auf eine geschlossene Schicht ohne Lunker bzw. Blasenbildung achten!
    • Planschleifen der Sperrschicht und mit Epoxid Füllermaterial Beschichten. Hierdurch wird eine Wasserdampfbremse „eingebaut“.
    • Eine 100%ige Dichtigkeit wird man auf Grund der Schichtdicken NICHT erreichen!
    • Vorarbeiten wie gewohnt durchführen und Endbeschichten

Ein großer  Schaden zeichnet sich im schlimmsten Fall durch weiches, nicht tragfähiges Fasergewebe aus. Bläschen an der Oberfläche führen bei der Suche nach dem Schaden oder der Verursachung meist in den Untergrund. Um nur einen Schaden der Entstehung zu nennen ist die Trennung von Harz und Gewebefaser. Somit ist die Kapillarwirkung an den Fasern gegeben. Als Skizze zur vereinfachten Anschauung.

  1. Topcoat
  2. Pfützenbildung
  3. Beschädigung z.B. Haarriss im Topcoat
  4. Fasermaterial im Harz eingeschlossen
  5. Fasermaterial vom Harz getrennt und Wasser dringt durch Kapillarwirkung zwischen die Fasern und weicht somit die Aufbau von innen auf.

Das Thema GFK ist seit Jahrzehnten ein heiß diskutiertes Thema. In der Reparatur von Anbauteilen sollte man sich allerdings mit Reparaturwegen aus der Luft- und Bootsfahrt bedienen. Dort sind die Ansprüche an die Materialien und Verarbeitungen so hoch, dass diese in der Bauteilreparatur sicherlich hilfreicher sind. Wichtig ist es ebenso, sich mit den Verwindungs- und Flächenkräften auseinander zu setzen. Eingriffe in GFK-Flächen sind auch statischer Natur, daher sollte man immer wissen, an welcher Stelle man diese durchführt. Auch sollte man über das Schäften von Fasergeweben im Verhältnis Bescheid wissen.

Hier entlang zur Anleitung „GFK-Reparatur“

Hier entlang zur Anleitung „GFK-Lackierung“