Schleifspuren

Schleifspuren und Riefenbildung

Spuren die das Schleifbild oder Fehler im Untergrund wiedergeben.

  • Fehlerquellen:
    • Das Grundmaterial wurde nicht richtig durchgetrocknet.
    • Einsatz von zu grobem Schleifpapier.
    • Schleiftechnik des Anwenders.
    • Die Schleifmaschine „schlägt“.
    • Schichtstärke des Füllers ist zu gering für vorausgegangene Schleifarbeiten.
    • Riefen in Beschichtungen entstehen auch durch vorher nicht entfernte Kratzer in Untergrundflächen.
    • Der Lackaufbau wurde im Nass-in-Nass-Verfahren appliziert. Eine verringerte Schichtstärke ermöglicht dem Untergrund leichteres „durchdrücken“.
    • Füllerapplikation ohne Zwischenschliff (Nass-in-Nass), durch diesen die Oberfläche „beigeschliffen“ werden könnte. (Voraussetzung dafür: völlige Durchtrocknung).
    • Zu grobes Schleifpapier gewählt.
    • Zu aggressives Schleifverhalten.
    • Schleifen nur in eine Richtung (Mit dem Schleifklotz nur von z.B. rechts nach links).
  • Fehlervermeidung:
    • Material nach technischer Information verarbeiten.
    • Schleifpapier zu Füllerendschliff feiner wählen.
    • Füllerendschliff mit Kontrastpulver durchführen.
    • Schichtstärke dem Untergrund anpassen. Aber nicht Überschichten!
    • Material richtig durchtrocknen.
    • Füllersystem dem Untergrund anpassen.
  • Reparaturweg:
    • Bei Uni-Basislacken kann man mit diesem Fehler noch etwas retten. An dieser Stelle wird die Oberfläche mit einem Klotz heruntergeschliffen und gefinisht. Somit kann man Schleifspuren in Uni-Materialien „vertuschen“.
    • Metallic-Basislacke sind leider optisch nicht zu retten. Hier kann die Oberfläche nur geschliffen und neu lackiert werden.

Die folgenden Grafiken zeigen dir einen Vergleich der Lichtbrechung bei Uni- und Metallic-Basislacken.
Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie Licht wirkt, siehst du auf den vereinfachten bildlichen Querschnitten durch Schleifspuren, wie Licht in verschieden tiefen Rauhtiefen im Material reflektiert.
Der Zusammenhang dieser Grafiken stellt auch klar, warum Uni-Farbtöne mehr Fehler in der Vorarbeit verzeihen, als die, die Metallic-, Pearl- oder Xirallic Pigmente beinhalten.

Reflexion in einer Schleifspur gefüllt mit Metallic Basislack

  1. Aufbau Untergrund mit geschliffener Altbeschichtung
  2. Untergrund
  3. Rauhtiefe mit richtig eingesetzten Schleifkorn, welches das Folgematerial abdecken kann
  4. Rauhtiefe eines zu groben Schleifkorns
  5. Füllung einer zu tiefen Schleifriefe, die durch zu grobes Schleifkorn erzeugt wurde
  6. Lichteinfall
  7. Lichtreflexion
  8. Basislack „Metallic“
  9. Klarlack
  10. Letzte mögliche Finishzone
  11. geschliffenes Altmaterial

Reflexionen in Schleifspuren mit Metallic-Basislacken sind, wie man an der Grafik erkennen kann, nicht zu beseitigen. Das Licht bricht in den Metallics und wird aus den tiefen Schleifspuren herausreflektiert. Somit werden Schleifspuren sichtbarer, als sie überhaupt schon sind.

Reflexion in einer Schleifspur gefüllt mit Uni Basislack

  1. Aufbau Untergrund mit geschliffener Altbeschichtung
  2. Untergrund
  3. Rauhtiefe mit richtig eingesetzten Schleifkorn, welches das Folgematerial abdecken kann
  4. Rauhtiefe eines zu groben Schleifkorns
  5. Füllung einer zu tiefen Schleifriefe, die durch zu grobes Schleifkorn erzeugt wurde
  6. Lichteinfall
  7. Lichtreflexion
  8. Basislack „Uni“
  9. Klarlack
  10. Letzte mögliche Finishzone
  11. geschliffenes Altmaterial

Reflexionen in Schleifspuren mit Uni-Basislacken sind, wie man an der Grafik erkennen kann, mit ein wenig nachhelfen wohl zu beseitigen. Das Licht bricht in den tiefen Spuren und wird nur einfarbig aus den tiefen Schleifspuren herausreflektiert. Somit werden Schleifspuren nicht so wahrgenommen. Das „Einfallen“ in den Schleifspuren, kann durch ein gut durchgeführtes Finish beseitigt werden.